Zu Gast im Juli: Clint Lukas & Johannes Kubin

Lesebühne Vision und Wahn Berlin: Clint Lukas
Lesebühne Vision und Wahn Berlin: Clint Lukas

Zum „Tag des Ungehorsams“ haben wir uns das Thema „Die Aufrührer“ auferlegt. Am Montag, den  03.07.2017 haben wir deshalb auf zwei von Ihnen zu Gast: Natürlich Clint Lukas, der Unbeugsame, der einzige Berliner Kolumnist mit Helm …  und Sänger/ Liedermacher Johannes Kubin, bei dem dieses Attribut eher emotional zu verstehen ist. Aber unsere beiden Gäste eint, dass sie gnadenlos Ihre eigene Vorstellung von leben und von Kunst durchziehen.

Wie immer sind auch Robert Rescue, Marion Alexa Müller und Thomas Manegold mit von der Party. Wenn ihr unartig seid, wird es erstmalig Tequila geben und der Eintritt ist immer noch frei, man zahlt, um zu gehn.

Lesebühne: Vision und Wahn am Montag, den 03.07. 17 ab 20 Uhr im Periplaneta Literaturcafé Berlin.

Advertisements

„Blumen sind zum Ficken da!“

Lesebühne Vision und Wahn im Frühling.

I

Blumen und Menschen sind sich in vielen Dingen gar nicht so unähnlich. Wahrscheinlich waren wir früher auch Blumen, bevor aus der Flora die Fauna und daraus die Affen und daraus wir hervorgegangen sind. Schließlich heißt unsere Lieblingsbeschäftigung immer noch Fortpflanzung, obwohl bei uns mittlerweile dabei überhaupt nicht gepflanzt oder gegärtnert wird. Allerdings können die Blumen Dinge, die wir bereits verlernt haben. Im Gegensatz zu uns können die sich den ganzen Aufwand mit Schminken, Berghain, Hüftschwung, PushUp und K.O.-Tropfen einfach sparen, weil sie sich selbst bestäuben können. Der Mensch versucht das zwar auch immer wieder, das mit der Selbstbestäubung, aber geklappt hat das zum letzten Mal vor 2017 Jahren irgendwo im nahen Osten.

Pflanzen unterscheidet man grob in Nackt- und Bedecktsamer. Bei Menschen sind da die Unterschiede eher fließend, denn zwischen Pyjamaschläfer und Exhibitionist haben sich während der Menschwerdung viele Mischformen herausgebildet. Generell können die Nacktsamer breiter streuen, schneller zur Sache kommen, aber auch weniger bescheißen, weil der Fummel fehlt, um andere zu beeindrucken.

Nacktsamer sind nämlich meistens Anemophil. Jetzt denkt man vielleicht an Anemonen, also an die komischen korallenartigen Tierchen mit Fangarmen und einem Loch in der Mitte. Und nein, Anemophilie ist kein Taucherfetisch, sondern der Fachausdruck für WINDBESTÄUBUNG. Und weil der Wind nicht so wählerisch ist beim Bestäuben, sind diese Pflanzen auch nicht so bunt. Apropos Taucherfetisch: Auch Hydrophilie hat nichts mit den Spermafäden in unseren Spaßbad-Whirlpools zu tun. Tatsächlich gibt es in natürlichen Gewässern sehr potente Wasserpflanzen, die sich vermehren, indem sie bei einer bestimmten Temperatur vereint und gleichzeitig ins Wasser ejakulieren und sich dadurch befruchten. Weiterlesen „„Blumen sind zum Ficken da!““

Osterweiterung oder Eine andere Geschichte

vw1015Der Osten an sich ist schwer zugänglich. Er ist rechts vom Nabel der Welt, also rechts von uns …
Während die Wikinger eher nach links über ihren Tellerand Rand schielten, zog es uns schon immer nach rechts … Rechts und Links sind überall auf der Welt relative Orientierungshilfen. Bei uns in Europa sind es zudem politische Grundbegriffe. Das liegt an den Folgen der französischen Revolution. In der Nationalversammlung saßen die Linken eben links. Ob nun links von den Rechten oder eben links wenn man zur Tür reinkommt, weiß keiner mehr so genau. Jedenfalls waren die Rechten damals noch keine Nazis, sondern Royalisten. Aber das ist eine andere Geschichte. Weiterlesen „Osterweiterung oder Eine andere Geschichte“

Heiko Heller, Vers-Torben, Georg von Weihersberg (März 2015)

Lesebühne Vision und Wahn: Heiko HellerGleich drei Gäste werden uns im am 2.März 2015 unsere Lesebühne bereichern. Freut euch auf:

 

Heiko Heller

Weil das Thema „Eulen nach Athen“ ist, haben wir unseren Stammgast Heiko in seiner Funktion als Vater von Ringel und Rungel zum Vorlesen eingeladen. Heiko ist einer der größten und liebsten Menschen, die wir kennen. Geschätzte 2,20 Meter geballte Kulturkompetenz. Unermüdlich tigert er als kritischer Kulturuntertützer von Veranstaltung zu Veranstaltung, fördert und fordert junge und alte Talente der Berliner Kleinkunstszene.

Zur Vision und Wahn bringt er seit über einem Jahr nun beständig Kuchen mit und ist daher bei den umliegenden Gebäcktheken als Blechabräumer bekannt und gefürchtet. Auf offenen Bühnen und hin und wieder bei der Vision und Wahn meldet er sich mit eigenen Texten zu Wort und meistens gibt es deshalb dann ordentlich was zu denken und zu lachen.

Vers-Torben
vers-torben

Schon allein wegen des Künstlernamens dürfte er mitmachen. Egal was, ob singen oder sprechen. Dann kann er auch noch beides!  Er dürfte einigen als Vorband der Biertenöre in lauter Erinnerung sein. Natürlich ist die Herkunft bei einem Menschen, der eh ständig unterwegs ist, zweitrangig.

Aber vor einem Jahr hat Vers-Torben erfahren, dass es in diesem Land einen Ort gibt, wo man auch das ganze Jahr über auftreten kann, ohne ständig in der Gegend rumzufahren. Jetzt ist er Neuberliner und fällt auf diversen Kleinkunst- und Lesebühnen durch Höflichkeit und extrem gute Umgangsformen auf.

Georg von Weihersberg
Er war und ist immer noch unser Haus- und Hofpianist, auch wenn wir uns seine hohe Kunst nicht mehr so oft leisten können … Georg liebt Satie und die Musik einiger noch älterer Komponisten und spielt aber eigentlich immer nur, was ihm gerade einfällt. Damit verewigte er sich auf einer Reihe von Periplaneta Tonträgern.

Er begleitete erfolgreich Stummfilme und Kindertheater. Und mich. Mittlerweile wohnt er irgendwo im Speckgürtel Berlins, verprasst mit seinen Verehrerinnen den Gewinn aus unseren gemeinsamen erfolgreichen Lesereisen und bereitet sein Comeback vor.

Sarah Lesch (Juni 2014)

Sarah Lesch

Sarah Lesch ist praktizierende Liedermacherin. Sie singt und schreibt selbst und ist scheinbar ständig auf Tour. Zuletzt mit David Wonschewski, über dessen Liedermacherportal 1/8 Lorbeerblatt wir sie dann schließlich auch kennenlernten. (Naja … du weiß schon was ich damit meine. „Durch dessen Liedermacherportal sie in unseren Aufmerksamkeitsfokus gelangte“ klingt einfach furchtbar …)

Huch … Grins … Repeat … Man ist überrascht, berührt, beohrwurmt, wenn man über ein Chansonedde-Video stolpert. Nun gibt es in der großen weiten und in der virtuellen Welt viele talentierte Menschen, die mit minimaler Instrumentierung, straighten Kompositionen, Charme und Verstand herumjonglieren, die Talent und etwas zu sagen, zu singen haben, die sich zu präsentieren wissen  …  aber kein Huch … Grins … Repeat … auslösen. Jetzt könnte man das analysieren. Muss man aber nicht. (Wenn man weiß, wie das mit den Blockbustern funktioniert, kann man ja im Kino auch nicht mehr heulen …)

Sarah Leschs Debütalbum „Lieder aus der schmutzigen Küche“ erschien 2012.  In Eigenregie. Homerecording als Konzept. Und es zeigt, das Lieder und Liedermacherin sowohl im heimeligen Ambiente als auch auf größeren Bühnen funktionieren würden … Und schon fallen die strapazierten Begriffe Ausnahmetalent … Geheimtipp und … (ganz schlimm) Neue Hoffnung … Spätestens nach dem vierten Lied hat man eine leise Ahnung, woran das liegt … Selber Kochen ist sexy. Ohne Kochbuch und ohne Kochshow. Dann kommt eben kein Einheitsbrei sondern etwas Originelles bei raus. Das nächste Album soll noch dieses Jahr erscheinen. Ich freu mich schon.

ToM

Andreas Albrecht (Februar 2014)

Andreas Albrecht

Zu Gast bei Vision und Wahn am 03.02.2014.

Andreas Albrecht ist Liedermacher und hat 2012 mit „Tagebucht“ sein zweites Soloalbum veröffentlicht. Ein nicht nur optisch außergewöhnliches Gesamtkunstwerk, wie wir befanden, als wir ihn bei einem seiner  Auftritte in Berlin das erste Mal trafen. Außerdem ist Andreas Albrecht noch Musikproduzent in seinem eigenen Imperium  silberblick-musik (Label, Produktionsfirma, Tonstudio), spielt Klavier und Schlagzeug in anderen Projekten und sammelt Bilder von Bühnen, auf denen kein Mensch zu sehen ist. Seine Vita oder Produktionsreferenzen hier reinzukopieren, sparen wir uns, weil dann diese Seite voll wäre. Bei seinem Output und der sehr umfangreichen kreativen Vergangenheit dachte ich sofort: Ein Freund!

Und plötzlich spielte er bei uns ein Solokonzert, produzierte die Songs von Nicolas Schmidt und taucht bei all unseren Veranstaltungen nun zu meiner unendlichen Freude immer wieder als Gastmusikant auf, sofern ein Klavier in der Nähe ist. Wie er jedoch dabei so ausgeglichen bleibt, bei diesem ganzen Stress, das muss ich noch herausfinden. (ToM)