Thomas Manegold

„Blumen sind zum Ficken da!“

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Lesebühne Vision und Wahn im Frühling.

I

Blumen und Menschen sind sich in vielen Dingen gar nicht so unähnlich. Wahrscheinlich waren wir früher auch Blumen, bevor aus der Flora die Fauna und daraus die Affen und daraus wir hervorgegangen sind. Schließlich heißt unsere Lieblingsbeschäftigung immer noch Fortpflanzung, obwohl bei uns mittlerweile dabei überhaupt nicht gepflanzt oder gegärtnert wird. Allerdings können die Blumen Dinge, die wir bereits verlernt haben. Im Gegensatz zu uns können die sich den ganzen Aufwand mit Schminken, Berghain, Hüftschwung, PushUp und K.O.-Tropfen einfach sparen, weil sie sich selbst bestäuben können. Der Mensch versucht das zwar auch immer wieder, das mit der Selbstbestäubung, aber geklappt hat das zum letzten Mal vor 2017 Jahren irgendwo im nahen Osten.

Pflanzen unterscheidet man grob in Nackt- und Bedecktsamer. Bei Menschen sind da die Unterschiede eher fließend, denn zwischen Pyjamaschläfer und Exhibitionist haben sich während der Menschwerdung viele Mischformen herausgebildet. Generell können die Nacktsamer breiter streuen, schneller zur Sache kommen, aber auch weniger bescheißen, weil der Fummel fehlt, um andere zu beeindrucken.

Nacktsamer sind nämlich meistens Anemophil. Jetzt denkt man vielleicht an Anemonen, also an die komischen korallenartigen Tierchen mit Fangarmen und einem Loch in der Mitte. Und nein, Anemophilie ist kein Taucherfetisch, sondern der Fachausdruck für WINDBESTÄUBUNG. Und weil der Wind nicht so wählerisch ist beim Bestäuben, sind diese Pflanzen auch nicht so bunt. Apropos Taucherfetisch: Auch Hydrophilie hat nichts mit den Spermafäden in unseren Spaßbad-Whirlpools zu tun. Tatsächlich gibt es in natürlichen Gewässern sehr potente Wasserpflanzen, die sich vermehren, indem sie bei einer bestimmten Temperatur vereint und gleichzeitig ins Wasser ejakulieren und sich dadurch befruchten. Den Rest des Beitrags lesen »

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Osterweiterung oder Eine andere Geschichte

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vw1015Der Osten an sich ist schwer zugänglich. Er ist rechts vom Nabel der Welt, also rechts von uns …
Während die Wikinger eher nach links über ihren Tellerand Rand schielten, zog es uns schon immer nach rechts … Rechts und Links sind überall auf der Welt relative Orientierungshilfen. Bei uns in Europa sind es zudem politische Grundbegriffe. Das liegt an den Folgen der französischen Revolution. In der Nationalversammlung saßen die Linken eben links. Ob nun links von den Rechten oder eben links wenn man zur Tür reinkommt, weiß keiner mehr so genau. Jedenfalls waren die Rechten damals noch keine Nazis, sondern Royalisten. Aber das ist eine andere Geschichte. Den Rest des Beitrags lesen »

Thomas Manegold

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Thomas Manegold
Thomas Manegold

Thomas Manegold wurde im Thüringer Wald geboren. Seitdem kämpfte er sich in immer dichter besiedelte Gebiete vor. 2004 ist er in Berlin angekommen. Weils nicht dichter geht, wird er hier bleiben. Unterwegs hat er viel über Musik geschrieben, anderen Menschen Musik vorgespielt, in WGs gewohnt, selber Musik gemacht, Alkohol verkauft und ein paar Bücher geschrieben. Aus denen liest er manchmal vor. Er ist bekennender Workaholic und weil das unheilbar ist, arbeitet er rund um die Uhr – für zwei Lesebühnen und als Produzent, Admin und VisdP bei Periplaneta und Subkultur.

Thomas Manegold „Being Gutmensch“

Video Gepostet am Aktualisiert am

Thomas Manegold liest „Being Gutmensch“ aus seiner Kolumne „Hunde, die beißen, knurren nur“ 2012, Aufnahmen und Schnitt: Vivian Heidemann & Marion Alexa Müller

Thomas Manegold „Morbus Animus“

Kurzmitteilung Gepostet am Aktualisiert am

Thomas Manegold hat in seinem neuen Buch die psychische Krankheit nicht zum Thema, sondern zum  Konzept gemacht. Anders sein, diesmal als Krankheit diagnostiziert, wird für den Protagonisten der Fokus einer Sicht auf die Welt, auf andere und auf die eigene Person:
Eine Frau kniet vor einer Kloschüssel und denkt an Villon, ein älterer Herr zerbricht an einem Post-traumatischen Erlebnis und ein DJ schäumt, aber nicht vor Wut…  Sie alle werden missbraucht als Projektionsfläche für einen Alptraum, aus dem Michael E. immer wieder aufzuwachen versucht, was sehr schwierig ist, weil er gar nicht schläft. Denn er sitzt in der Geschlossenen und reflektiert, was die Stimmen in seinem Kopf erzählen. Gott hat die Szene längst verlassen. An der Fernbedienung sitzt ein Irrer, der sich in fragmentarischen Kurzgeschichten durch seine Erinnerungen, Erlebnisse und die Schicksale seiner Mitirren zappt.

„Morbus Animus“ vermischt sarkastische Kurzgeschichten mit Existenzphilosophie und birgt ein Buch im Buch, das vielleicht nicht nur für Michael E. eine reinigende Wirkung hat…

THOMAS MANEGOLD: “Morbus Animus”
Psychopathische Kurzgeschichten und Tiraden
Buch, Softcover 202 S., 19×13,5cm,
ISBN: 978-3-940767-40-0,
Edition Periplaneta, GLP: 13,00 €.